
Die Freiheit zu Gehen
Joachim Chwaszcza war in den letzten Jahren viel in der Welt unterwegs. Als Journalist und Fotograf, aber auch als Scout und Reiseleiter, um neue Reisen, Touren und Ziele zu erkunden und vorzubereiten. Von Tuva bis Peru, von Vietnam bis Jemen, von Kanada bis zu den Kapverden, von Tibet bis Südtirol.
Der Reportageband "Die Freiheit zu gehen" aus der Reihe „Edition Summit – die leise Philosophie der Berge“ vereinigt die besten Reportagen und Artikel von Joachim Chwaszcza, der mit einfühlsamen Texten und markanten Bildern eine Brücke schlägt zu neuen Zielen, oft entlegenen Regionen, aber auch zu einer neuen und manchmal ungewöhnlichen Art des Erlebens. Ein Buch, das Türen für eine neue Welt öffnet und den Menschen in den Vordergrund stellt.
Joachim P. Chwaszcza
Die Freiheit zu gehen
Vorrausgereist: Reisen – Reportagen – Bilder
s/w, 120 Seiten, 17,8x24 cm – Broschiert
Preis: 19,70 €
Edition Summit
ISBN 978-


Die literarischen Reportagen
in der Edition Summit
Eine Leseprobe
Die Götter haben das Tal verlassen
Vergessen von der Welt, vergessen von der Zuversicht. Kathmandu und Nepal sind aus dem Blickfeld gerückt. Die Tage der großen Achttausenderhelden sind vorbei. Trekking findet inzwischen weltweit statt, und weder politisch noch wirtschaftlich ist es notwendig, sich über das kleine Land im Himalaya den Kopf zu zerbrechen. Schade, denn es ist immer noch eines der schönsten Länder der Welt und Kathmandu ein wahres Kleinod. Aber, Hilfe wäre angesagt, denn sonst ist dieses Juwel verloren. Ein Plädoyer für einen verantwortungsbewussten Tourismus, der Leben retten und Kulturgüter bewahren kann.
Als zu Beginn der 60er Jahre die ersten Berichte aus Nepal eintrafen, waren es zunächst
einmal Bergsteiger, die auf wahrhaft verworrenen und anstrengenden Wegen in das bis
1957 verschlossene Königreich vordrangen. Ihre Erzählungen und Fotografien dokumentierten
ein kleines Königreich, ein Shangri La oder Paradies am Fuße des Himalaya. Ein Land,
das zwar nicht reich war, aber alles im Überfluss hatte. Es war fruchtbar, Getreide
und Reis wuchs genügend, die Natur und Landschaft war in Takt, und auch wenn man
weltweit inzwischen von der Monarchie weitgehend Abschied genommen hatte, lebte das
Volk zufrieden mit seinem Gottkönig. Fünfzig Jahre später besteigen zwar immer noch
ausländische Bergsteiger die höchsten Berge der Welt, aber für Nepal, das Land mit
den meisten Achttausendern der Welt, ist eine Welt in sich zusammengebrochen. Ist
es wirklich so, haben die Götter das Tal verlassen? Rund 7000 bedeutende Kulturstätten,
Tempel und Pagoden hatte man zu Beginn der 70er Jahre im Kathmandutal gezählt. Große,
wie den Stupa von Svaymbunath, wo der Legende nach sich vor unendlichen Zeiten der
Adi-
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